Kriegsgräber

Vorwort

Im Herbst 2017 wurde der Kirchenvorstand der Ev.-Luth. St. Laurentius-Gemeinde Schwarmstedt, die Träger dieses Friedhofs ist, und die Schwarmstedter Bügermeisterin Claudia Schiesgeries von Frau Christiane Walesch-Schneller darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem Kriegsgräberfeld mindestens ein SS-Angehöriger aus der Wachmannschaft des Konzentrationslagers Bergen-Belsen begraben liegt.

Das Kriegsgräberfeld wird vom Bauhof der Samtgemeinde Schwarmstedt mit Steuergeldern gepflegt.

Nach einer intensiven Diskussion, wie mit diesem Sachverhalt umzugehen sei, entschieden Kirchenvorstand und Politik gemeinsam, durch die Aufstellung einer Gedenk- und Mahntafel darauf hinzuweisen und diese Webseite zur Information zu gestalten.

Dieses geschah am Volkstrauertag 2018.

Der Text der Gedenktafel wurde bewusst in enger Anlehnung an den Text der Gedenktafel auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Costermano (Gardasee, Italien) formuliert.

Die Mitglieder des Heimatarchivs erstellten ein Verzeichnis der Begrabenen. Eine Anfrage in der wissenschaftlichen Abteilung der Gedenkstätte Bergen-Belsen ergab, dass es sich bei mindestens acht der Begrabenen um SS-Männer handelt.

Kirchenvorstand und Politik möchten mit der Gedenktafel und mit dieser Webseite die Erinnerung an die begangenen Verbrechen wachhalten und dazu anregen, sich mit diesem weitgehend unbekannten Abschnitt Schwarmstedter Lokalgeschichte zu beschäftigen und daraus zu lernen, „damit sich Güte und Treue begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.“ (Psalm 85, Vers 11)

Frank Richter im November 2018

Kriegsgräber (Inschrift der Gedenktafel)

Auf diesem Teil des Friedhofs ruhen mehr als 100 Soldaten und andere Kriegstote, viele davon verstorben im Behelfskrankenhaus in Bothmer.

Ihre Gräber erinnern die Lebenden an das Leid des Krieges.

Es wurden hier im Mai 1945 auch mehrere SS-Angehörige aus der Mannschaft des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Bergen-Belsen begraben, die sich schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vor allem gegen Juden, schuldig gemacht haben.

Die hier liegenden Toten mahnen uns zu Frieden und Versöhnung.

Auch die Schuldigen, die hier begraben sind, mögen ihre letzte Ruhe finden, obwohl sie unaussprechliches Leid über viele Menschen und ihre Familien gebracht haben.

Ihre Verbrechen sind uns Mahnung und Aufforderung, aus der Geschichte zu lernen und auch unter schwierigen Umständen stets für die Achtung der Menschenrechte und -würde einzutreten.